Vereinsgeschichte der KLJB Hausen

Die Gründung des Burschenverein

 
Im Jahre 1906 war Bayern noch ein Königreich. Es regierte die königliche Hoheit Prinzregent Luitpold. Die Zeiten war ruhig, erst einige Jahre später als der 1. Weltkrieg ausbrach kam es zu einer neuen Ordnung. In diesem Jahr begannen in Hausen nach Jahrzehnten endlich die konkreten Planungen für eine neue Schule. Und zu Beginn dieses Jahres erfolgte, angeregt von Kooperator Jakob Feigl, die Gründung eines Burschenvereins. 
 
Unter einem Burschenverein oder einer Burschenschaft verstand man in den Gründerjahren einen Verein, der aus ledigen, zumeist jungen Männern innerhalb eines Dorfes bestand. Mit den studentischen Burschenschaften besteht keine Gemeinsamkeit. Als dörflicher Traditionsverein hat der Hauseuer Burschenverein natürlich auch eine Fahne. Die erste wurde</span> bereits ein Jahr nach der Gründung geweiht. 
 
Darauf ist als Gründungsdatum der 18. Januar 1906 eingestickt.
Otto Gruber, ein Zeitzeuge, dagegen war überzeugt, dass die Gründung am 18. Februar, also einen Monat später erfolgte. Ein &quot;amtliches&quot; Datum konnte bisher leider nicht ausfindig gemacht werden. Anzunehmen ist, dass im Januar 1906, es war übrigens ein Donnerstag, vom Kooperator zur Gründung eines Vorvereins mit einigen Unterstützern eingeladen wurde. 
 
Einen Monat später erfolgte dann für die breite Öffentlichkeit die Gründungsversammlung. bei der sich die künftigen Mitglieder eintragen konnten. Die Aufnahms-Karten wurden bis dahin besorgt. Die Versammlung war in dieser Zeit natürlich nur an einem arbeitsfreien Tag möglich, also sonntags. 
Der 18. Februar 1906 war ein Sonntag. Dafür spricht auch eine Aufnahms-Karte
vom Gründungstag. Hier ist ebenfalls der 18. Februar 1906 zu lesen.
 
bild mit leute
 
 
Ausschnitt aus dem Foto, das zur I. Fahnenweihe 1907 entstanden
ist. 
Hier durften auch Mädchen mitmachen. Der Initiator
Kooperator Feigl trug einen Zylinder. Der Burschenverein während des NS-Regimes und die Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg
 
 
Die Gruppenarbeit des Burschenvereins bis 1933 bestand in der Pflege des Brauchtums (z. B. Maibaumaufstellen, Sonnwendfeiern), Singen und Musizieren, Theaterspiel und Wanderfahrten. Natürlich gehörte die Teilnahme an Gründungsfesten, Fahnenweihen und anderen Veranstaltungen dazu. Beispielsweise besuchte man 1907 die Fahnenweihe des Burschenvereins in Hagenhill, 1911 beteiligte man sich in Dünzling beim kath. Arbeiter-Kranken-Unterstützungsverein, ebenfalls an der Fahnenweihe und nahm an der Jubiläumswallfahrt der kath. Burschenvereine nach Altötting (Mai 1928) teil.
 
 
Nach der Machtergreifung am 10. März 1933 in München gerieten ehe katholischen Jugendverbände, zu der auch die Burschenvereine zählen, in die Mühlen des NS-Regimes. Diese waren ja in die Kirche eingebunden, die mit den neuen Machthabern heftige Auseinandersetzungen hatte. Die Bischöfe, die vorher vor den Irrlehren der nationalsozialistischen Bewegung gewarnt hatten, lenkten nun ein. Das (kirchliche) Verbot in die NSDAP einzutreten wurde zurückgenommen. Der katholische Burschenverein Bayems trat mit einer Erklärung vom 10. Mai 1933 an die Seite der nationalen Regierung, vertrauend dem Worte des Reichskanzlers, dass die Regierung unsere katholischen Belange achtet und schützt. Dem war, wie wir heute wissen aber nicht so. Die örtlichen katholischen Burschenvereine unterstanden der kirchlichen Leitung ihres Präses. Für den Hausener Verein war dies Pfarrer Niller. Die Mitglieder in den katholischen Vereinen waren im Regelfall vielschichtig. Sie hatten einen festen Mitgliederstamm und die Kinder folgten ihren Vätern nach.
 
 
Mit dem Präses hatte der Verein eine erfahrene Führung, die sich von außen nicht leicht angreifen ließ. Also wurden
staatlicherseits andere Maßnahmen in die Wege geleitet, um das bisherige Gefüge der Jugendvereine auszuhebeln. Ministerielle Erlasse und polizeiliche Verordnungen wurden herausgegeben. Die Lehrer waren gehalten, mit Androhung auf Berufsverbot, Druck auf die Schüler auszuüben und sie zum Eintritt in eine nationalsozialistische Jugendgruppe zu bewegen. Die NSDAP machte ihren Alleinvertretungsanspruch für die Jugendvertretung geltend. Partei und staatliche Stellen nutzten alle
Möglichkeiten den katholischen Vereinen und Verbänden zu schaden. Die Hitlerjugend (HJ) als eine gesamte deutsche &quot;Staatsjugend&quot; war das erklärte Ziel. Das Reichsjugendgesetz vom 01. Dez. 1936 bestimmte,
dass die gesamte deutsche Jugend in der HJ im Geiste des Nationalsozialismus zu erziehen sei. &quot;Jeder deutscher
Junge ein Pimpf&quot; lautete eine Parole. Die Gemeinde konnte sich der Anschaffung einer Trommel nicht verschließen, die für die in Hausen gebildete HJ für Marschierübungen benötigt wurde.
 
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© Dominik Roithmayr

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